Anett Kollmann

Autorin - Biografin - Literaturwissenschaftlerin

Wir Literaturmenschen und leidenschaftlichen Beobachter – die wir eine halb-perverse Menschengattung sind – können es nicht lassen, im Leben an den Ereignissen vor allem die künstlerische Seite abzuschätzen. Wir bringen gewiß einige Entrüstung für verbrecherische Handlungen auf; wir sind inneren Anteils für geschädigte Menschen nicht bar. Aber gleich regt sich in uns neben der ethischen Seele die ästhetische Seele, und wir empfinden eine gewisse Genugtuung über den “schönen Fall”. 

Alfred Kerr


Hochstapelei hat viele Gesichter, sympathische und unsympathische. Schwindelei ist es immer. 

Den sympathischen Hochstaplern, die nur dem eigenen Schicksal ein wenig auf die Sprünge helfen und mit ihrer List niemandem schaden, verzeihen wir gern. Sie sind Träumer, und wir träumen ein bisschen mit ihnen von einer besseren Welt, in der Fantasie und Courage die Grenzen der Wirklichkeit sprengen. Aber die unsympathischen halten gleichermaßen Interessantes bereit. Ihre zynischen Streiche spiegeln uns die eigenen Schwächen und Widersprüche. 

Auch Mit fremden Federn ist eine Hochstapelei. Es fehlt so vieles darin, was es über das Thema zu sagen gäbe. Andererseits geht die Neugier über die herkömmliche Personage hinaus, wenn nicht nur Investorenbetrüger und unechte Prinzen betrachtet werden, sondern auch Liebesschwindler, Exotikfälscher und Männerimitatorinnen. 

Wie schafft es eine englische Magd als fremdländische Prinzessin zu überzeugen und was kann eine Frau als falscher Mann erreichen? Was treibt die Yes Men dazu, sich als Vertreter der Welthandelsorganisation auszugeben? Und wie viel Macht kann ein gedoubelter Herrscher erlangen?

Möge sich der Leser zwischen den falschen biografischen Fährten der Hochstapler mit eben solchem Genuss verirren wie die Autorin. Alle Angaben ohne Gewähr. 


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Über das Buch:

"ein interessantes und unterhaltsames Buch ... informativ und kurzweilig." 

Andreas Stephan, FFM ROCK, 17. Mai 2018

"mit Kunstverstand und Witz kommentiert und mit Hintergrundwissen ausgestattet"

Timo Brandt, Literatur & so, 15. Mai 2018

 "eine lockere, 'kleine Geschichte der Hochstapelei' (...), die viel Spannendes und Anekdotisches zu berichten und manche Überlieferung auch zu berichtigen weiß ... Tatsächlich ist der Begriff hier sehr weit gefasst, was den Blick öffnet"

Evelyne Polt-Heinzl, Literaturhaus Wien, 14. Mai 2018 

"lesenswerte Aspekte, die bisher in der Forschung nur wenig vertieft worden sind"

Claus Heinrich Bill, Institut Deutsche Adelsforschung, Mai 2018


... und zum Hören: